Chef oder doch Feuerwehr?

Shownotes

Du willst eigentlich führen, abgeben, Struktur schaffen – und trotzdem bist du jeden Tag wieder Feuerwehr im eigenen Laden.

Kommt dir das bekannt vor?
- Du hörst vorne im Sekretariat jedes Gespräch mit und rufst „korrigierend“ dazwischen.
- Deine Tür steht immer offen – und plötzlich bist du zur Notfall-Hotline für jede Kleinigkeit geworden.
- Du nimmst Aufgaben zurück, „damit es schneller und richtig geht“.
- Du wirfst Tagespläne spontan über den Haufen, sobald ein Kunde drängelt.

Alles gut gemeint.
Aber genau dieses Verhalten sorgt dafür, dass deine Abläufe nie stabil werden – und dein Team gar nicht die Chance hat, wirklich selbstständig zu arbeiten. Ohne es zu wollen, bist du nicht nur Feuerwehrchef, sondern auch Brandstifter in deinem eigenen Unternehmen.

In dieser Klartext-Folge spreche ich darüber,
- in welchen typischen Alltagssituationen du dich vom Chef zur Feuerwehr machst
- wie dein ständiges Einspringen Strukturen sabotiert, statt sie zu stärken
- warum dein Kalender ziemlich ehrlich zeigt, wer in deinem Business wirklich das Sagen hat
- und welche kleinen, konkreten Änderungen sofort Wirkung zeigen

Mit praktischen, plastischen Beispielen aus meinem Beratungsalltag – und klaren, umsetzbaren Schritten, wie du vom Brandstifter zum Brandschützer in deinem eigenen Business wirst.

Transkript anzeigen

00:00:01: Du zündest mit deiner gut gemeinten Hilfe dein eigenes Business an.

00:00:07: Boah, was für eine Aussage!

00:00:09: Aber lass mich das kurz erklären.

00:00:12: Also stell dir vor du hörst diese Folge jetzt an einem ganz normalen Arbeitstag so wie deinen Alltag aussieht.

00:00:19: Du hast dir vorgenommen heute halte ich mich raus Ich kümmere mich um die wirklich wichtigen Sachen.

00:00:24: Ich habe ein Team Das regelt das Und dann passiert genau das, was dir immer wieder passiert.

00:00:32: Du willst eigentlich führen Strukturen aufbauen weniger operativ sondern mehr Chef sein!

00:00:40: Aber im Alltag sieht's dann so aus du hörst jedes Telefonat im Sekretariat mit halben Ohr mit weil deine Büro-Tür offen steht?

00:00:49: Du rufst spontan durch die offene Tür.

00:00:52: neee sagen sie dem Herrn Meier dass machen wir anders.

00:00:55: ich rufe Ihnen selber mal an.

00:00:57: Oder du gehst nur mal kurz vorne vorbei und mischt dich in Gespräche ein, regelt's das.

00:01:03: Nimm zwischendurch selbst Anrufe an damit es schneller geht!

00:01:06: Ja?

00:01:07: So nach außen bist du quasi der Feuerwehrchef, der überall die Brände löscht.

00:01:13: aber in der Praxis ist es ehrlich gesagt so dass Du genau mit so einem Verhalten der Brandstifter bist weil Du deine Mitarbeiter ausbremst.

00:01:26: Du lässt sie gar nicht in die Verantwortung mit so einem Verhalten, du sabotierst die Strukturen, die du eigentlich haben willst und deswegen schauen wir uns in dieser Folge an wie du durch so ein Verhalten unbewusst Brände selbst legst und was du konkret anders machen kannst dass du aus dieser Feuerwehrmann Sam Rolle rauskommst.

00:01:48: Ein Beispiel bringe ich jetzt gerade aus meinem Beratungsalltag mit, das Sekretariat als Bühne und du rufst die Regieanweisung rein.

00:01:58: Und das ist wirklich eine Szene eins zu eins ja?

00:02:01: Die Mitarbeiterin am Empfang telefoniert mit einem Kunden.

00:02:06: Du sitzt daneben im Büro, die Tür ist offen, du hörst wie sie etwas erklärt und denkst Das würde ich anders sagen, das würde ich anderes regeln, das könnten wir schneller machen.

00:02:16: was passiert das Beispiel, was wir gerade am Einstieg hatten.

00:02:20: Du rufst von hinten rein.

00:02:21: sagen sie ihm dass wir das schon morgen schaffen oder du wingst hektisch flüsterst ihr eine andere Lösung zu Oder im Zweifel übernimmst du sogar den Hörer.

00:02:29: geben Sie mal kurz her ich mache das kurz So und dann haben wir das ja für dich ist das hilfsbereit schnell kundenorientiert.

00:02:38: deine Mitarbeiterin lernt aber nicht solche Gespräche selbst zu führen.

00:02:43: Sie fühlt sich unsicher, sie fühlt es sich überfahren.

00:02:46: Ich mache das eh nicht richtig.

00:02:48: und dann passiert es dass beim jeder Anfrage die irgendwie von der Norm abweicht irgendwann die Mitarbeiter sagen ich mach Autopilot, die schauen automatisch zu dir Chef wie machen wir das?

00:03:01: Das ist ja das was du nicht willst!

00:03:03: Und das auch für deine Mitarbeiter total unbefriedigend.

00:03:06: Du willst entlasten Aber du programmierst mit so einem Verhalten die Abhängigkeit und sorgst dafür, dass dein Business wirklich komplett von dir abhängig ist.

00:03:16: Und das ist etwas was wir auf keinen Fall wollen!

00:03:20: Also schalt mal in den Trainingsmodus.

00:03:24: Das heißt konkrete Gegenidee mach deine Bürotür einfach zu.

00:03:30: Wenn du merkst, ich halte es nicht aus mitzuhören ohne einzugreifen dann ist der erste Schritt super simpel.

00:03:35: Mach die Tür zu!

00:03:37: Nicht weil's dich nicht interessiert sondern weil du deine eigene Eingreif-Tendenz managen und abstellen musst.

00:03:46: So das ist das Erste an.

00:03:48: das zweite ist mach eine Nachbesprechung statt Zwischenruf.

00:03:54: Diszipliniere Dich selbst sammel Deine Sachen Und setz dich mit der Mitarbeiterin in Ruhe und strukturiert hin.

00:04:03: Greif nicht ein, sondern nimm dir später Zeit und sage hey ich habe das mitbekommen.

00:04:09: Das nächste mal kannst du das auch so oder so lösen?

00:04:13: Oder frag sie auch um Feedback!

00:04:15: Hey ich hab da eben eingegriffen.

00:04:16: wie war das für dich?

00:04:17: War das gut?

00:04:18: War es

00:04:18: schwierig?!

00:04:20: Da wirst du, wenn es gut läuft ein ehrliches Feedback bekommen und das Feedback wird sehr wahrscheinlich sein.

00:04:25: Nee, das hat mir gar nicht gefallen dass du mir hier so reingefallen bist dann über den Mund gefahren bist.

00:04:30: So und das dritte ist eine bis zwei klare Leitlinien pro Woche.

00:04:35: statt jedes Gespräch zu kommentieren gibst Du wenige klare Regeln bei Termindruckverspricht bitte nichts ohne Blick in den Kalender.

00:04:43: zum Beispiel kommt jetzt ja auf dein Geschäft an Preis Nachlässe nur nach Rücksprache und dann lässt du sie auch machen, auch wenn du es selbst perfekter könntest.

00:04:52: Ja das ist halt so!

00:04:54: Also lass los überfahre deine Mitarbeiter nicht ständig, mischt dich nicht in jeden Kleinkram ein denn so sorgst du dafür dass sie nicht selbst arbeiten und selbst die Lösung finden und auch nicht mitdenken.

00:05:09: So das zweite Beispiel auch das absolut eins zu eins aus meinem Beratungsalltag, der Chef als Notfallrottlein.

00:05:19: Das heißt die Tür.

00:05:21: so sagst vielleicht ah meine Tür steht immer offen kommt jederzeit wenn was ist und das klingt natürlich total sympathisch kollegial und nabber.

00:05:31: in der Praxis heißt es aber die Mitarbeiter kommen jeder Zeit wortwörtlich ja mit jeder Kleinigkeit zwischendurch rein.

00:05:41: Du wirst ständig aus deiner Arbeit gerissen, du gibst schnelle Antworten und triffst spontane Entscheidungen ohne genau darüber nachzudenken.

00:05:49: Und am Ende des Tages hast du dreißig Minifeuer gelöscht aber an deinen eigentlichen Chefaufgaben nichts getan!

00:05:57: In der letzten Woche haben wir auch darüber gesprochen... Mal darüber nachzudenken, wie das deine Zeit nicht immer gleich viel wert ist.

00:06:06: Ja die Chefarbeit, die Planungstätigkeit an deinem Unternehmen, die Entwicklung ist mehr wert als diese Minifeuer zu löschen.

00:06:14: Die sind zwar sehr verführerisch weil sie dir das Gefühl geben dass du deinen Laden total im Griff hast und das ohne dich nichts läuft.

00:06:20: aber das wollen wir ja nicht.

00:06:23: so.

00:06:24: Du wolltest ansprechbar sein und hast dich quasi durch sowas zur Notfall-Hotline gemacht So, und da wäre jetzt ein Ansatz.

00:06:34: Macht feste Chefzeiten!

00:06:36: Ja?

00:06:37: Damit mache ich immer wieder super Erfahrungen statt immer offen mach Team-Sprechzeiten von mir aus.

00:06:43: ja was ich über vier Jahre in meinem eigenen Unternehmen gemacht habe morgens eine kleine Teamrunde, dass man sagt okay zum Frühstück oder wenn alle da sind sich alle sortiert haben.

00:06:54: Fünfzehn Minuten, wer hat was für heute auf dem Zettel?

00:06:58: Dann vielleicht am Nachmittag noch mal eine kurze Sprechstunde.

00:07:01: so ist jeder gezwungen im besten Sinne seine Anfragen zu bündeln und dann spricht man die gesammelt zusammen durch Und Fragen sind natürlich ausdrücklich erwünscht.

00:07:16: Aber reist euch nicht gegenseitig ständig aus der Arbeit raus?

00:07:19: Erstmal ist das der größte Zeitfresser von allen, sage ich immer wieder.

00:07:24: und zum anderen passieren durch diese Hektik, durch diese wirklich künstlich erzeugte Hekti auch unglaublich viele Fehler.

00:07:32: Das wird dafür sorgen, das wirst du merken.

00:07:35: wenn deine Mitarbeiter mehr Zeit haben sich in Ruhe zu beschäftigen, sich daran gewöhnen dass sie selbst entscheiden dürfen und selbst Lösungsvorschläge machen können, kriegst du auch einen ganz anderen Drive in dein Team.

00:07:51: Zwischenfragen parken?

00:07:52: Ich bin dann ein ganz großer Fan von Nein sagen und Nein freundlich.

00:07:57: das heißt ja ich helfe dir gerne aber nein nicht jetzt!

00:08:01: Bin hier noch, ich brauche eine Stunde um das fertig zu machen.

00:08:05: so kann man sagen damit bist du da Aber nicht jederzeit kopflos und nebenbei.

00:08:14: Das bringt dir eine unglaubliche Ruhe rein, das führt auch für deine Mitarbeiter ein ganz großes Geschenk so zu arbeiten!

00:08:22: Und dann natürlich das dritte... Ich höre es quasi schon dass du das denkst Ja aber ich will ja abgeben, aber du nimmst es immer wieder zurück.

00:08:32: Das heißt du delegierst was?

00:08:35: Dann fragste zwei Wochen später nach.

00:08:37: Es ist nicht erledigt.

00:08:38: Ja okay, komm bevor das jetzt schief geht oder noch länger dauert dann mache ich es doch eben wieder selbst.

00:08:43: Und dann setze dich doch wieder hin und schreibst das Angebot den Preils machst eine Abrechnung oder was auch immer eigentlich administrative Aufgaben für dein Team sind.

00:08:52: Und beim nächsten Mal passiert dann wieder nach drei mal hat ein Team verstanden.

00:08:57: Oh wenn nicht mehr lang genug Zeit lasse?

00:08:59: Dann macht der Chef oder die Chefin eh wieder selbst!

00:09:03: So und damit bist du dann auch wieder selbst der Brandstifter Und sorgst dafür, dass ja dieser Schwillbrand einfach bestehen bleibt.

00:09:11: Auch hier wieder das gleiche Prinzip Deine Leute haben durch sowas keine Chance eine Routine und eine Sicherheit zu entwickeln.

00:09:18: Du bleibst der Flaschenhals für alles was kritisch ist!

00:09:22: Und du bestätigst damit auch immer wieder natürlich deine eigene Story.

00:09:26: Ich kann nichts richtig abgeben die ich kann mich nicht verlassen so die machen das einfach nicht richtig.

00:09:31: So.

00:09:31: dafür bist du aber in erster Linie selbst verantwortlich.

00:09:36: Das heißt, entscheide auch an dieser Stelle.

00:09:39: Was gebe ich ab?

00:09:41: Wo darf ein Fehler passieren?

00:09:42: überhaupt erst mal das Bewusstsein es dürfen Fehler passieren ja auch dir fürs passieren.

00:09:47: Fehler genauso wie deinen Mitarbeitern Auch wenn eine Formulierung vielleicht nicht hundert Prozent dein Stil ist Ja Es ist aber wirklich kein Weltuntergang So.

00:09:57: und nur bei echten Risiken eingreifen.

00:10:02: Also was sind wirklich echte rechtliche Risiken, wo würde massiv Geld verbrannt werden?

00:10:08: Wo ist ein wichtiger Schlüsselkunde betroffen?

00:10:11: und dann wäre das eher die vor.

00:10:12: Lass uns das kurz gemeinsam anschauen und nicht gebehr.

00:10:15: ich mach dass eben selber.

00:10:18: So gibt es noch mehr Beispiele.

00:10:20: auch diese spontane umplanen das heißt erst so entscheiden dann doch wieder anders ständig dazwischen kretschen widersprüchliche Arbeitsanweisung machen, zu sagen wir machen erst das.

00:10:30: Eine halbe Stunde später springst du zu was anderem.

00:10:33: Oh jetzt ist das wichtiger.

00:10:35: oder auch in Gesprächen ständig reinkrätschen!

00:10:37: Das ist ein ganz ganz schlechter Stil und damit ja sorgst Du dafür dass Du Feuerwehrmann Frau bleibst statt wirklich Chefchefin Deines Larns zu sein So die wahre Wahrheit ist, Du bist nicht Opfer der Umstände.

00:10:52: Mit deinem Verhalten trägst du aktiv dazu bei, dass dein Alltag brennt.

00:10:57: Und die gute Nachricht ist weil Du mit Deinem Verhalt ein Teil des Problems bist kannst Du mit deinem neuen Verhalten auch der wichtigste Teil der Lösung sein.

00:11:08: und wenn Du Dich in diesen Beispielen vielleicht wiedererkennst dann nimm Dir aus dieser Folge nicht zehn Vorsätze sondern eins zwei ganz konkrete Änderungen mit zum Beispiel Tür zu und ordentlich in Ruhe besprechen, statt reinzurufen.

00:11:24: Mach feste Chefzeiten am Tag, statt so ein Dauernotruf zu sein.

00:11:29: Lasst dein Team arbeiten!

00:11:31: Lass die ihre Arbeit machen, lass sie auch Fehler machen – es gehört dazu – Plan ist plan mit wenigen klar definierten Ausnahmen, also springen nicht ständig in deinen Anweisungen.

00:11:44: So hörst du Schritt für Schritt auf Brandstifter in deinem eigenen Laden zu sein und fängst an das zu tun was deine eigentliche Aufgabe ist nämlich führen Entscheidungen treffen einen Rahmen schaffen indem andere sicher und zufrieden arbeiten können.

00:12:01: Und wenn du magst kann ich dir Dabei auch gerne helfen.

00:12:06: Starte gerne mit dem Klartextcheck und wenn du das Gefühl hast, es brennt richtig dann ruf mich einfach an.

00:12:13: ich gehe so richtig oldschool ans Telefon in diesem Sinne.